IM BÜCHERHIMMEL: WAS DIE BUCHMESSE SO BESONDERS MACHT

Die Buchmesse: Ein Event, das schon lange Tradition hat, in letzter Zeit jedoch überraschend in die Kritik geriet. Warum sich der Besuch auf einer der zahlreichen Veranstaltungsorte trotzdem jedes Jahr wieder lohnt.

Deutschland ist nicht nur ein Messeland, Deutschland ist das Messeland schlechthin. Etwa zehn Millionen Besucher locken jedes Jahr die verschiedensten Messen aus dem Bereich Technik, Landschaftsbau und Buchhandel. Buchhandel? Ja, die Leipziger und die Frankfurter Buchmesse gehörten in den letzten Jahren tatsächlich regelmäßig zu den zehn beliebtesten Messen des Landes. Vor diesem Hintergrund drängt sich die Frage auf, wie diese Beliebtheit zu erklären ist. „Das kann doch jetzt alles online abgewickelt werden.“ mag sich so mancher denken.

Bild: Alicia Ernst

Nein, denn die Buchmesse hat eine ganz spezielle Atmosphäre, die an keinem anderen Ort erfahrbar ist. Als meist jährlich stattfindendes Event ist sie etwas, worauf man sich vorbereitet – Und so immer wieder mit Erwartungen und Vorfreude verbunden. Besucher wie auch Aussteller freuen sich dabei nicht nur auf das Markthallenflair des Veranstaltungsortes, sondern besonders auch auf den persönlichen Austausch. Vorträge und Autogrammstunden von Autoren wie auch die Informations- und Beratungsgespräche an den Ständen sind für Fans ein einmaliges Erlebnis. Buchhändler profitieren außerdem vom Austausch mit Konkurrenten und möglichen Partnern.

Auch der messbare wirtschaftliche Nutzen ist ein wichtiger Aspekt der Institution Buchmesse. Aus Gesprächen entstehen nicht selten geschäftliche Vereinbarungen und auch die Neuakquisition von Privatkunden ist für die Händler nicht unwichtig. Das Buch ist im Gegensatz zu anderen Medien noch immer hauptsächlich ein Printmedium, dessen Beliebtheit mit ästhetischen Kriterien und haptischer Erfahrbarkeit zusammenhängt. Mit den Ansichtsexemplaren auf Buchmessen können Buchliebhaber voll auf ihre Kosten kommen.

Große Messe, kleine Messe: Je nach Standort gibt es verschiedenste Angebote

Gerade die großen Messen in Frankfurt und Leipzig zeichnen sich außerdem durch ihre internationale Perspektive aus. Auf beiden wird jedes Jahr ein Gastland bestimmt – in Frankfurt war es zuletzt beispielsweise Georgien – das seine literarische Vielfalt auf der Messe präsentieren kann. So bieten die Messen die perfekte Plattform für interkulturellen Austausch und eine Erweiterung des (Bücher-)Horizontes. Kritische Stimmen meinen hierzu berechtigterweise, dass bei dieser großen Anlegung und der Internationalität der Messen die Regionalität und die Repräsentation der kleineren Verlage auf der Strecke bliebe. Doch gerade in dieser Hinsicht liegen die Kleineren unter den Buchmessen ganz weit vorn. Im Mainzer Rathaus beispielsweise findet jedes Jahr eine kleine Messe statt, auf der die unterschiedlichsten Verlage der Region ihr Sortiment präsentieren.

Messen gibt es schon seit Jahrhunderten, ihr Konzept ist jedoch aktuell wie eh und je. Abseits aller Argumente zeigen dies die nicht abreißende Beliebtheit und die Hundertschaften von begeisterten Besuchern der Buchmessen wohl am deutlichsten.


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