Der Sound von André Rieger

In dieser Episode des Soundtracks verschafft sich André Rieger mit seinem speziellen Sound Gehör. Beim Trianglisten sind die Genre-Grenzen fließend. Wo andere sich längst in ohrenermüdenden Fachsimpeleien verloren haben, dreht Herr Rieger richtig auf.  

Ich erstarre in Ehrfurcht in Anbetracht meiner Vorgänger in dieser Kategorie, verfügen sie doch zum großen Teil über die Fertigkeiten, selbst Musik zu machen – so richtig mit Instrument. Als jemand, dem in der Schule von Frau Klaasen maximal die Verantwortung der Triangel folgend auf das Signal „Jetzt!“ auferlegt wurde – und als jemand, der dieses Vertrauen pädagogisch bedenklich lange Zeit enttäuscht hat, – hege ich tiefen Respekt vor jedem Musiker.

Wahrscheinlich liegt es genau daran, dass ich wirklich nicht den EINEN Lieblingssound habe, sondern nahezu über das gesamte Musikspektrum ganz verschiedene Dinge sehr gerne höre. Eine Autofahrt wird so schnell zum einem Kessel Buntes der Melodien. Wiederholt stören sich hieran meine Beifahrer, da ich Ihnen während einer Fahrt den einen oder anderen Stilbruch zumute – beispielsweise wird mit Metallica vom Hof gefahren, sich in Begleitung von New Country auf der Autobahn eingeordnet, um dann mit elektronisch Angehauchtem den Zielort zu erreichen.

Gilt es jedoch, meine Studienzeit in Mainz mit einem bestimmten Sound zu verbinden, dann muss ich nicht lange überlegen: Sofort kommt mir Creedence Clearwater Revival in den Sinn – und zwar ganz besonders das Stück Fortunate Son. Streng genommen ist dies ein Resultat meines damaligen Beifaches Amerikanistik, in welchem ich ein beeindruckendes Seminar belegen durfte, welches dieses Lied eher beiläufig auf die Agenda brachte. Es fand dann den Weg in meine Pendler-Playlist und damit auch in meinen Schreibtisch-Soundtrack, welcher es letztlich zur Untermalung publizistikwissenschaftlicher Literatur werden ließ.

Fortunate Son” von Creedence Clearwater Revival

Der Text des Liedes ist einfach und besitzt dennoch Tiefe. Es geht um Dinge, die zeitunabhängig relevant sind. Zudem erfuhr das Lied unterschiedlichste Interpretationen, sollte provozieren, sollte aufrütteln. Dies verleiht ihm eine besondere Aura – die Bodenständigkeit, die in dieser mitschwingt, fasziniert mich. Ich wünschte so etwas wäre auch mit meiner Triangel möglich.

Von André Rieger


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