„Alles mit Käse liebe ich“ – Interview mit Marlene Schaaf

Keine zwei Wochen nach ihrer Masterprüfung am IfP kehrte Marlene Schaaf als wissenschaftliche Mitarbeiterin an das Institut zurück. Mit weniger Zeit zum binge-watchen, einer Red Bull Racing Decke und einer Vorliebe für alle Gerichte, die das Wort Käse enthalten, startet die Pfälzerin in ihren Berufsalltag.

Hinter ihrem Schreibtischstuhl liegen Fahrradhelm und Regencape. Geht es für Sie bei Wind und Wetter mit dem Rad zur Arbeit?

Ohja. Im Masterstudium bin ich irgendwann zur Radfahrerin geworden. Seit 1,5 Jahren fahre ich jetzt die Strecke von Finthen aus zur Uni. Das ist eine Stunde Bewegung am Tag, das tut gut. Ich bin da auch ein früher Vogel und komme gerne schon um 8 Uhr ins Büro. Dann kann ich mir die Aufgaben in Ruhe vorstrukturieren bis die Kollegen eintrudeln und Seminare oder Meetings anstehen.

Der Rollenwechsel von der Studentin zur Dozentin verlief bei Ihnen nahtlos. Von welchem Luxus aus dem Studi-Leben mussten sie sich verabschieden?

Meine Freizeit ist geschrumpft. Ich kann nicht mehr so viele Serien binge-watchen und wenn ich mich mit Freunden treffen will, ist das nicht immer so leicht zu planen. Der wohl größte Luxus im Studium war aber die freie Tagesgestaltung.

Wie erklären Sie zuhause am Küchentisch, was sie den ganzen Tag beruflich machen?

Wenn ich vom Institut für Publizistik erzähle, muss ich oft erstmal Aufklärungsarbeit leisten. Viele denken, dass ich dann auch Publizistin bin und als Schriftstellerin oder Autorin Texte veröffentliche. Ich grätsche dann schnell rein und mache deutlich, dass es um die Forschung im Medienkontext geht. Wenn ich dann Schlagworte wie digitaler Stress oder Hasskommentare im Netz in die Runde werfe, sind aber auch alle ganz wild am Mitdiskutieren.

Es gibt in jedem Job Dinge, die man gerne macht und andere, die eher zu den unliebsamen Pflichtaufgaben gehören. Wie ist es bei Ihnen?

Im Moment ist alles neu – und damit auch alles irgendwie spannend. Hiwi-Stunden in Excel-Tabellen eintragen und ausrechnen, ob das Forschungsbudget reicht, sind allerdings so Tätigkeiten mit überschaubarem Spaßfaktor. Aber prinzipiell macht mir die Lehre und Forschung großen Spaß. Da bin ich auch immer wieder überrascht, wie viel Interesse und Elan Studierende mitbringen. Ich selbst versuche, die Seminare möglichst interaktiv zu gestalten, auch weil ich aus leidvoller Erfahrung weiß, wie ermüdend Frontalvorträge manchmal sein können.

Was sind aktuelle Forschungsideen und Projekte?

In meiner Masterarbeit habe ich mich mit Medien und Protest beschäftigt. Es vergeht eigentlich kein Tag, in denen in der Tagesschau nicht über Proteste berichtet wird. Die Zusammenhänge finde ich super spannend. Oliver Quiring, Mathias Weber und Christina Viehmann haben ein DFG-Projekt angestoßen, in dem es um Medieneinflüsse in Verhandlungssituationen geht. In diesem Projekt arbeite ich seit Oktober voll mit. Wir haben dazu qualitative Interviews mit Gewerkschaftsexperten und Arbeitgebern geführt. Da steht aktuell noch die Auswertung an. Parallel arbeiten wir an einer quantitativen Befragung.

Seit Beginn ihres Bachelorstudiums wartet die Dozent*innenmannschaft auf den Turniersieg beim Publi-Kick. Sind Sie die lang ersehnte versprochene Top-Verpflichtung, die das Team zum Sieg schießt?

Definitiv nicht! Ballsport ist so überhaupt nicht meins. Ich würde da lieber ein Kart-Racing am Institut organisieren. Meine Familie ist vom Motorsport begeistert und hat mich infiziert. Das 24h-Rennen am Nürburgring notiere ich mir immer vorab in den Terminkalender und bin gerne live an der Strecke, wenn es zeitlich passt. Oder ich schaue es eingekuschelt in meine Red Bull Racing-Decke vor dem Fernseher.

Wenn Sie das GFG-Gebäude aus ihrem Lieblingsessen errichten dürften, woraus bestünde es dann?

Das ist jetzt so eine Kinderantwort. Aber ich finde Spinat, Kartoffeln und Eier super lecker. Insgesamt esse ich aber einfach gerne und mag es auch als Ausgleich nach der Arbeit zu kochen. Alles mit Käse liebe ich. Die Weihnachtstage sind deshalb super, denn da wird dann das Raclette-Set ausgepackt.

Auf Instagram folgen Sie Bibis Beauty Palace und Angela Merkel. Wenn sie vor der Entscheidung stehen: Mit wem würden Sie lieber mal einen Kaffee in der GFG-Mensa trinken?

Das ist einfach zu beantworten. Mit Angela Merkel erhoffe ich mir die spannenderen Gespräche. Obwohl mich Bibi sicher mit dem Insiderwissen versorgen kann, wie man eine Community auf Instagram aufbaut. Aber die Bundeskanzlerin würde ich gerne als Mensch kennenlernen. Anders als Bibi gibt sie deutlich weniger Einblicke in ihr Privatleben. 


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